Glaronia gibt unnötig einen Punkt ab

ghuvc
23. Oktober 2016

Gegen ein gut kämpfendes Steinhausen nutzen die Glarner Volleyballerinnen die Chance nicht, die vollen Punkte zu holen, gewinnen aber immerhin die Partie.

Glaronia stieg mit einer konzentrierten Leistung in die Partie und hielt die Zuger Gäste klar auf Distanz. Von der Nervosität des Vorwochenendes war nichts mehr zu spüren, und auch die zahlreich anwesenden Fans schienen die Glarner Volleyballerinnen zu beflügeln. Diesmal stand auch die Annahme gut, so dass Rroco die Möglichkeit hatte, selten gesehene Varianten zu spielen, beispielsweise einen sogenannten „Otto“ über Rusterholz. Bei diesem Ball läuft die Mitteangreiferin nach rechts hinter die Passeuse, die über Kopf rückwärts spielt. Normalerweise sind dies die besten Angriffe von Marjanovic, doch diesmal punktete auch Juniorin.

So gut es im ersten Satz gelaufen war, so unnötig war der Einbruch im zweiten Spielabschnitt: Sobald Glaronia unter Druck ist, wird das Spiel wieder einfach lesbar für die Gegnerinnen, und de Azevedo Camargo hatte immer einen starken Block gegen sich. Zwar hielt die Annahme weiterhin einigermassen Stand, und Libera Schnyder bot vor allem in der Verteidigung eine herausragende Leistung, doch die jungen Schweizerinnen im Aussenangriff und auf der Universalposition machten keine Punkte. Trainer Küng versuchte es mehrfach mit Wechseln, die allerdings kaum die erwünschten Erfolge brachten. Cetojevic hebt sich bezüglich Power im Angriff positiv ab, doch ihr fehlt die Sicherheit auf den Hinterpositionen, so dass sie jeweils nur am Netz zum Spielen kam. Ein schöner Angriff über Marjanovic und dann gleich noch ein starker Service der Serbin brachten Glaronia nochmals an die Gäste heran, doch schliesslich glich Steinhausen auf 1:1 aus.

Die nun wachgerüttelten Glarnerinnen liessen im dritten Satz nichts anbrennen, zeigten wieder eine starke Leistung, überzeugten durch von Rroco geschickt eingeleitete Aktionen und machten als Team einen homogenen Eindruck. So hätte man eigentlich das Spiel zu Ende bringen können und sich gegen ein Steinhausen, das ein sehr kleines Kader hat und vom Papier her deutlich schwächer als Glaronia eingestuft werden muss, durchsetzen müssen. Glaronia verschlief jedoch den Beginn des vierten Satzes, kämpfte sich dann mit harter Arbeit an Steinhausen heran und führte schliesslich mit 24:21 Punkten. Rroco machte alles richtig, lancierte Marjanovic mit einem kurzen Ball über die Mitte, und die Klassespielerin schlug auch durch den Block, doch irgendwie konnte Steinhausen den Ball im Spiel halten. Dann folgten Eigenfehler seitens Glaronia und der Satz ging mit Pech aber auch auf leichtfertige Weise verloren.

Im Tiebreak kam es dann doch noch zu einem versöhnlichen Ende, und die Glarnerinnen holten sich zwei der drei möglichen Punkte. Mangelnden Einsatz kann man Glaronia nicht vorwerfen, denn was beispielsweise Schnyder oder auch de Azevedo Camargo leisteten, war beeindruckend. Es fehlte allerdings an Kaltblütigkeit in wichtigen Spielphasen, und Glaronia gelang es einmal mehr zu selten, die viel grössere Erfahrung in Punkte umzumünzen.

Bildlegende: Starker Auftritt: Marjanovic (8), hier am Block mit Hauri (11), überzeugte mit einer souveränen Leistung. (Foto Peter Aebli)

Volleyball Frauen NLB:

VBC Glaronia – VBC Steinhausen 3:2 (25:15, 22:25, 25:17, 27:29; 15:12) Halle: Kantonsschule Glarus – Zuschauer: 150 Spieldauer: 117 Min. – Schiedsrichter: M. Stalder, F. Böhme


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