Glaronia gegen Luzern mit versöhnlichem Ende

24. November 2016

Nach einem schwachen Start kommen die Glarner Volleyballerinnen rasch unter Druck. Mit dem Rücken zur Wand gelingt es ihnen dann doch noch, zu punkten.

Was Glaronia im ersten Satz bot, war in jeder Beziehung enttäuschend. Von Heimvorteil war nicht zu spüren, die Annahmen waren miserabel und der Service ungefährlich. Eine besonders grosse Enttäuschung waren auch die Ausländerinnen, die sich am Netz gegen die Juniorinnen aus Luzern nicht durchsetzen konnten. Das weitgehend unerfahrene Team von Trainer Jarotta mit seiner Tochter Dominika als Passeuse führte Glaronia teilweise vor. Alle Schuld dem Ausländertrio zu geben mag ungerecht sein, denn die Schweizerinnen im Glarner Team waren nicht besser,  aber sie können für sich immerhin in Anspruch nehmen, dass sie Amateure sind.

Auch im zweiten Satz machten die Gäste Druck, wobei die Passeuse die Bälle klug verteilte und in entscheidenden Situationen immer wieder Marxer forcierte. Die Liechtensteinerin im Luzerner Team bot eine starke Leistung. Bei Glaronia fand nun aber Marjanovic gut ins Spiel. Sie half in der Annahme mit und war am Netz öfters erfolgreich.  Auch de Azevedo Camargo konnte ihre Erfolgsquote steigern, und schliesslich profitierte Glaronia noch von einigen Fehlern der Gäste. Mit etwas Glück sicherten sich die Einheimischen den zweiten Satz, aber zufrieden konnte man mit dem Gebotenen nicht sein.

Nun stellte Trainer Küng um, beorderte de Azevedo Camargo auf die Universalpositionen und brachte im Aussenangriff Lenzinger ins Spiel. Die Juniorin zeigte sich kämpferisch, bot einige spektakuläre Rettungsaktionen, brachte aber im Angriff den Ball nicht allzu oft zu Boden. Glaronia verlor den dritten Satz deutlich, trotz einer 4:0-Führung ganz zu Beginn. Küng hielt aber an seiner neuen Aufstellung fest, und es schien so, als hätte man endlich Boden unter den Füssen bekommen. Unter der Führung einer energischen de Azevedo Camargo, die jetzt auch wieder oft punktete, spielte Glaronia mit viel mehr Druck. Die jungen Luzernerinnen verloren jetzt die Nerven, produzierten nur noch Fehler, so dass Glaronia leichtes Spiel hatte. Bei zehn Punkten Rückstand wechselte Jarotta Schritt für Schritt seine Ersatzbank ein, die sich dann aber gut schlug und die Glarnerinnen beinahe noch bedrängt hätte.

Im Tiebreak starte Glaronia ausgezeichnet, distanzierte die Gäste um drei Punkte, musste dann aber doch noch viele hektische Momente überstehen. Hauri kam nun ins Spiel und erwies sich als zuverlässig und routiniert. Trotzdem gaben die Glarnerinnen die Partie nochmals aus der Hand: Luzern hatte zwei Satzbälle, ehe Marjanovic und de Azevedo Camargo unter Mobilisierung der letzten Kräfte das Spiel entscheiden konnten.

Spannend war das episch lange Duell zweifellos, wenn auch nur von mittelmässigem Niveau. Eine solide Leistung zeigte Rusterholz, die ihre schwierige Aufgabe in der Mitte gut löst. Doch einmal mehr erwies sich die Unausgeglichenheit von Glaronia als Nachteil gegen ein Team von jungen, technisch guten und hochmotivierten Gegnerinnen. Unter den gegebenen Umständen kann man aber mit den gewonnenen zwei Punkten hochzufrieden sein.

Volleyball Frauen NLB:

VBC Glaronia – FC Luzern 3:2 (21:25; 27:25, 18:25, 25:17, 16:14) Halle: Kantonsschule Glarus – Zuschauer: 80 Spieldauer: 114 Min. – Schiedsrichter: R. Demmel, M. Sieber

VBC Glaronia: Rroco, de Azevedo Camargo, Marjanovic, Hauri, Kamer, Schnyder, Nicoli, Cetojevic, Rusterholz, Lenzinger, Ludwig. Coach:  P. Küng

FC Luzern: Jarotta, Egli, Krummenacher, Hodel, Gehrig, Marxer, Huez, Andersen, Mika, Baumann, Schoch, Baur.  Coach: D. Jarotta

Bemerkungen: Glaronia ohne Aebli und Feusi


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