Glaronia ringt Leader Münchenbuchsee einen Satz ab

23. März 2017

Die Glarner Volleyballerinnen bieten eine kurzweiliges Spiel, holen aber erneut keine Punkte.

Trainer Küng begann die Partie für einmal in sehr ungewohnter Aufstellung, ohne Ausländerinnen. Als Passeuse spielte Aebli, die jahrelang diese Position innehatte. Dieses Experiment machte aus zwei Gründen Sinn: Anahita Aebli kann so ihren angeschlagenen Rücken schonen und sich auch auf die nächste Partie vorbereiten, an der Rroco fehlen wird. Gegen die jungen, aber grossen und talentierten Bernerinnen konnten die Glarner Angreiferinnen jedoch nichts ausrichten, und die wenigen Punkte waren meist dem Zufall zu verdanken.

Noch vor Satzende kam das Glarner Ausländertrio ins Spiel, und die Kräfteverhältnisse am Netz änderten sich. Die 1:0-Führung hatte Leader Münchenbuchsee auf sicher, doch dann nahm Glaronia das Zepter in die Hand. An der Seite von de Azevedo Camargo und Marjanovic fand auch Lenzinger ihre Sicherheit, und sie griff immer wieder erfolgreich an. De Azevedo Camargo buchte die letzten beiden Punkte und glich auf 1:1 Sätze aus. Ein kleines Erfolgserlebnis für die wenig verwöhnten Glarner Volleyballerinnen – der Start in ungewohnter Aufstellung hatte offenbar Münchenbuchsee überrascht.

Im dritten Satz allerdings fielen die Glarnerinnen ins alte Muster zurück: Ungenügende Annahmen, technische Fehler und unkonzentrierte Aktionen traten zu häufig auf, und das Selbstvertrauen liess nach. Glaronia verlor diesen Spielabschnitt und zeigte sich auch in der Folge von der hilfelosen Seite. Auch die alte Stammsechs, die nun auf dem Feld stand, konnte nichts bewirken, und egal welche Wechsel Küng vornahm, es änderte sich nichts.

Der Vergleich zwischen den beiden Teams war interessant: Hier Münchenbuchsee, das über mindestens sechs gute Schweizerinnen verfügte, die ihren Glarner Opponentinnen klar überlegen waren. Einzige die Berner Zuspielerin fiel leicht ab. Da Glaronia, das vom Leader die Limiten aufgezeigt bekam und erneut darunter litt, dass das Team zu wenig ausgeglichen ist. Wenn weder de Azevedo Camargo noch Marjanovic am Netz sind, fallen zu wenig Punkte. Gegen die besten NLB-Teams reicht das einfach nicht.

Im Anschluss an dieses letzte Heimspiel verabschiedete Glaronia Nicole Kamer, die nach sieben Saisons im Glarner NLB-Team zu Toggenburg wechseln wird. Für Glaronia ist der Wegzug einer Glarnerin immer besonders schmerzhaft und langjährige Weggefährtinnen wie Aebli oder Hauri waren offensichtlich betroffen. Ebenfalls „ciao“ sagte die Tessinerin Francesca Nicoli, die nun in Luzern studieren und Volleyball spielen wird. Der Weg nach Glarus wird damit für sie zu weit. Sie war nur ein Jahr in Glarus, hinterlässt jedoch aufgrund ihrer warmen und positiven Art viele Freunde.

Volleyball Frauen NLB Finalrunde:

VBC Glaronia – VBC Münchenbuchsee  1:3 (16:25, 25:17, 19:25, 19:25) Halle: Kantonsschule Glarus  – Zuschauer: 70 Spieldauer: 79 Min. – Schiedsrichter: P. Häderli, C. Schemeth

VBC Glaronia: Rroco, Aebli, Hauri, Feusi, Marjanovic, Kamer, de Azevedo Camargo, Nicoli, Schnyder, Rusterholz, Lenzinger, Ludwig. Coach:  P. Küng

VBC Münchenbuchsee: Fiechter, Schmidt, Geister, Schürch, Caluori, Schüpbach, Knuchel, Zurbuchen, Jaggi, Morand.  Coach: F. Bünger


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