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Erster Punkt nach Fünfsatzkrimi gegen Bellinzona

vor 17 Stunden
3 Min. Lesezeit

Raiffeisen Volley Glaronia zeigte am Doppelwochenende deutliche Fortschritte. Nach einer 0:3-Niederlage beim starken Aufsteiger Biel-Bienne erkämpften sich die Glarnerinnen am Sonntag gegen Bellinzona beim 2:3 den ersten Meisterschaftspunkt. Dabei wäre sogar mehr möglich gewesen.

 

Bereits am Samstag in Biel war gegenüber dem Saisonauftakt eine klare Steigerung erkennbar. Vor allem im ersten und dritten Satz spielte Glaronia auf Augenhöhe. Im Aussenangriff waren Janka Šimanicová und Cosima Wildberger deutlich erfolgreicher als noch eine Woche zuvor. Schwierigkeiten bereitete dagegen weiterhin die Annahme.

Besonders ärgerlich war der dritte Satz: Glaronia führte 22:19 und hatte die Chance auf einen Teilerfolg. Danach folgten jedoch zu viel Risiko am Service, eine weitere erfolgreiche Finte der Bieler Passeuse und ein Annahmefehler. So ging auch dieser Satz mit 25:27 verloren. Biel gewann die Partie 3:0.

Šimanicová sah dennoch Fortschritte: «Unser zweites Spiel war deutlich besser als der Saisonauftakt.» Gleichzeitig habe man bei einfachen technischen Aufgaben und in der Defensive noch zu viele Fehler gemacht. «Wir hatten viele Chancen, zwei der drei Sätze zu gewinnen - genutzt haben wir sie nicht.»

 

Wechsel bringen Glaronia zurück

Am Sonntag gegen Bellinzona stellte Trainerin Evelyn Hösli um. Ava Schifferle begann als Libera, Amelia Büsser auf der Diagonalposition. Zu Beginn prägten Unsicherheiten auf beiden Seiten das Spiel. Glaronias Zuspiele kamen häufig unpräzise oder zu nahe ans Netz. Bellinzona verteidigte stark und seine Angreiferinnen spielten geschickt über den Glarner Block. Der erste Satz ging mit 19:25 verloren.

Auch der zweite Durchgang begann schlecht. Hösli reagierte mit Wechseln auf Pass, Libera und Diagonalposition. Danach hielt vor allem Wildberger ihr Team mit einer starken Angriffsserie im Spiel. Glaronia glich aus und war den Tessinerinnen nun ebenbürtig: Im Angriff dynamischer als die Gäste, doch in Annahme und Verteidigung unterlegen. Trotz Abstimmungsproblemen zwischen Pass und Ivana Bulajic holten sich die Glarnerinnen dank soliden Services von Elina Heer sowie starken Angriffen von Šimanicová und Wildberger den Satz mit 26:24.

Im dritten Satz häuften sich wieder die individuellen Fehler. Glaronia brauchte zu viele Anläufe für einen Punkt, servierte fehlerhaft und geriet zunehmend in die Defensive. Ein geordneter Spielaufbau gelang kaum noch. Bellinzona gewann diesen Umgang klar.

 

Wildberger übernimmt Verantwortung

Für den vierten Spielabschnitt stellte Hösli nochmals um und setzte Bulajic auf der Diagonalposition ein. Nach einem Fehlstart kämpfte sich Glaronia zurück - und dann folgte die stärkste Phase von Wildberger. Am Netz holte sie Punkt um Punkt und trug ihre Mannschaft zum 25:21-Satzgewinn. Šimanicová verwertete schliesslich den Satzball.

Das Momentum lag nun auf der Glarner Seite, doch auch im Tiebreak blieb die Partie offen. Bellinzona verteidigte hartnäckig und zwang Glaronia immer wieder zu langen Rallyes. Zwei

Angriffsfehler brachten die Gäste 14:12 in Führung. Wildberger verkürzte nochmals, ehe Bellinzona das entscheidende Sideout zum 15:13 verwertete.

Wildberger wertete die knappe Niederlage dennoch als weiteren Schritt vorwärts: «Es ist schön zu sehen, wie wir uns von Spiel zu Spiel weiterentwickeln und als Team immer besser zusammenfinden.» Gleichzeitig weiss sie, wo angesetzt werden muss: «Uns fehlt noch die letzte Effizienz und Konstanz in den entscheidenden Momenten.»

Der erste Punkt ist damit verdient. Das Wochenende zeigte aber auch deutlich: Glaronia kann mit starken Gegnern mithalten, muss dazu jedoch die Eigenfehler reduzieren und seine Chancen in den entscheidenden Phasen konsequenter nutzen. Deshalb auch das Fazit von Trainerin Evelyn Hösli: «Das nächste Wochenende ist für uns spielfrei und wir haben nun zwei Wochen Zeit, viel Arbeit zu erledigen.»


Raiffeisen Volley Glaronia – Bellinzona Volley 2:3 (19:25, 26:24, 15:25, 25:21, 13:15)

Kantonsschule Glarus. Spieldauer: 108 Minuten. 100 Zuschauer. Schiedsrichter: M. Hutmacher, M. Fässler.

Glaronia: Wildberger, Heer, Šimanicová, Kololli, Murati, Ramadani, Bulajic, Boudot, Sherlock, Vogel, Büsser, Looser. Liberas: Schifferle, Marty. Coach: E. Hösli.

Bellinzona: Balestra, Facchini, Nava, Jakupovic, Sordo, Rinke, Vicari, Rosa, Gaffuri, Majic, Andjelkovic, Lingenhel. Liberas: Bissig, Miladinovic. Coach: L. Lisanti.



Starke Premiere in der Kantihalle: Aussenangreiferin Cosima Wildberger (Foto Jaime Fernández del Río)

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