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«Es war die bisher schwierigste Woche in diesem Club»

Die gesundheitlich angeschlagenen Glarner Volleyballerinnen holen sich einen Pflichtsieg, der eine echte Herausforderung war.

 

Eine Woche mit vielen Fragezeichen

Die Hiobsbotschaften trafen bereits am Montag ein: Eine Spielerin nach der anderen meldete sich krank, mit Grippe oder Corona. Am Mittwoch waren es dann schon sechs und an eine geregelten Trainingsbetrieb war nicht mehr zu denken. Das Spiel zu verschieben, schien die einzige mögliche Lösung zu sein, doch dafür müssen fünf Spielerinnen die genau gleiche Krankheit haben – das war nicht der Fall. Wer sich gesund fühlte, trainierte, die übrigen Spielerinnen blieben zu Hause und taten alles, um sich für Samstag einigermassen fit zu bekommen.

 

Academy unberechenbar und stark am Netz

Bereits in den ersten Minuten gaben die Zürcher Gäste eine Kostprobe ihres Könnens: Chiara Ammirati und Laura Koutsogiannakis überzeugten mit guten Angriffen – der Glarner Block war oft nicht rechtzeitig zur Stelle und die Gäste hatten eine Zeitlang die Nase vorn. Nervös machen liessen sich die Glarnerinnen nicht, auch wenn die Ausganglage nicht optimal war. Ivana Bulajic fehlte am Block und Michelle Egger, die sie ersetzte, brauchte noch etwas Zeit, um ins Spiel zu kommen. Das Team war körperlich noch durch die Grippe gezeichnet, ausgenommen vielleicht Topscorerin Daria Szczyrba, die bereits in der Vorwoche krank gewesen war.

 

Raiffeisen Volley Glaronia mit Routine

Die grosse Erfahrung spielte nun den Glarnerinnen in die Karten, während Volleyball Academy immer mehr in Schwierigkeiten geriet. Die Annahmen waren unpräzise und die Bälle auf die Angreiferinnen kamen vergleichsweise langsam. Vom schnellen Spiel, das Academy eigentlich spielen könnte, war nicht viel zu sehen. Glaronia rückte an die Gäste heran und sicherte sich den ersten Satz. Jetzt konnte man etwas aufatmen – offensichtlich waren die Glarnerinnen in einer Verfassung, die einen Sieg möglich machen konnte.

 

Egger setzt Massstab am Service

Jetzt galt es, gleich nachzudoppeln und Michelle Egger führte vor, wie dies am besten möglich war: Bei ihrem ersten vollen Einsatz über ein ganzes Spiel servierte sie unglaublich stark. Beim Stand von 2:3 für Academy ging sie zum Service, bei 9:3 endete ihre Serie, doch eine Vorentscheidung war damit schon gefallen. Die Gäste verloren etwas den Mut und Trainerin Sevetlana Illic gab den Satz preis und wechselte Ersatzspielerinnen ein. Michelle Egger zu ihrem starken Auftritt: «Ich denke, dass ich meinem Team mit aggressivem Service am meisten helfen kann. Das ist mir sehr gut gelungen. War waren aber auch in der Verteidigung sehr gut.»

 

 

Glaronia sucht den schnellen Sieg

Nun profitierte Glaronia, dass Volleyball Academy nicht mehr an den Sieg glaubte. Nach neun Niederlagen in Serie ist dies kein Wunder und die geschwächten Glarnerinnen schienen dank ihrer Routine die wichtigen Punkte ins Trockene zu holen. Die routinierte Ewelina Brzezińska spielte dabei eine wichtige Rolle; sie unterstützte die Topscorerin im Angriff, servierte selbst gut und übernahm in Annahme und Verteidigung viel Verantwortung. Glaronia musste gegen Ende des dritten Satzes noch den einen oder anderen unnötigen Punkt abgeben, doch der Vorsprung war zu gross, der Sieg nie in Gefahr.

 

Filip Brzeziński lobt sein Team

«Es war die bisher schwierigste Woche in diesem Club.», meine der Pole. «Wir haben grosse gesundheitliche Probleme gehabt und ich kann nur den Hut ziehen vor meinem Team – Verschiedene Spielerinnen haben alles riskiert, auch ihre Gesundheit, um zu gewinnen.» Der Glarner Trainer war aber auch überrascht über den Spielverlauf: «Es lief einfacher, als wir gedacht hatten. Ich denke, das hängt damit zusammen, dass wir jeden Gegner ernst nehmen und nie überheblich werden. Dazu kamen die Motivation und Entschlossenheit meines Teams.»

 

Mit diesem Sieg rückt Raiffeisen Volley Glaronia vor Genf auf den siebten Platz vor und liegt nun sieben Punkte vor dem abstiegsgefährdeten neunten Platz. Bei Glaronia läuft also sportlich immer noch alles nach Plan.

 

Raiffeisen Volley Glaronia – Volleyball Academy 3:0 (25:19, 25:14, 25:22) – Kanti Glarus - 300 Zuschauer – Spieldauer: 70 Min. – Schiedsrichter: D. Zindel, N. Hefti

Raiffeisen Volley Glaronia: Mandelbaum, Brzezińska, Werfeli, Szczyrba, Mazzoleni, Schnyder, Djuric, Cembranos, Egger, Reuther, Schädler, Coluccello. Coach: F. Brzeziński, G. Aebli.

Volleyball Academy: Wenger, Solvik, Schibli, Kellenberger, Ammirati, Mico, Rodrigquez Dubé, Lüthi, Zingg, Lohrer, Koutsogiannakis, Payà, Giroud. Coach: S. Illic, T. Oksanen

 

Bemerkungen: Glaronia ohne Bulajic und Wirz (krank)

 



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