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Glarnerinnen schlagen sich tapfer

Ein unerwartet knapper Sieg in der Meisterschaft und eine Niederlage im Cup sind das Fazit eines Wochenendes, an dem Glaronia nach den Sternen greifen wollte.


Betriebsunfall in der Meisterschaft


Gegen den BTV Aarau legten die Glarner Volleyballerinnen zwei Sätze vor, obwohl Trainer Filip Brzeziński frühzeitig damit begann, die starken Angreiferinnen für den Cupmatch vom Sonntag zu schonen. Im dritten Satz schickte er fast ausschliesslich Juniorinnen aufs Feld, allerdings teilweise auf falschen Positionen, und es kehrte Chaos im Team ein! Der Satzverlust war die logische Konsequenz, auch wenn die Jungen ihr bestes gaben.


Wenig souveräner Sieg

«Mein Fehler», bestätigte der Glarner Trainer nach der Partie. Doch die Reaktion des Teams war auch nicht überzeugend. Während man das Durcheinander im dritten Satz entschuldigen muss, gibt es keine Erklärung dafür, weshalb dann die Stammsechs – diesmal in korrekter Aufstellung – auch den vierten Satz verlor. Dass Glaronia den Aargauerinnen im Tiebreak dann nur noch sechs Punkte zugestand, war immerhin ein gewisser Trost.


Glaronia spielt stark auf

Ein wie verwandeltes Glaronia sah man am Sonntag gegen das NLA-Team Cheseaux: Die Taktik stimmte, gespielt wurde präzise und mit geringer Fehlerquote, ausser im ersten Satz am Service, der Block überzeugte und den aufopfernd kämpfenden Glarnerinnen gelang es, den übermächtigen Gegner zu fordern. Dies war besonders erstaunlich, weil zu Beginn auch einige Aktionen missglückten und Glaronia beim ersten Timeout 5:10 zurück lag.


Cheseaux keineswegs auf Sparflamme

Trainerin Doris Stierli Haemmerli, eine Legende im Schweizer Volleyball, die schon viel erreicht hat, wollte offensichtlich der zweiten Passeuse eine Chance geben und zu Beginn auf Topscorerin Erika Pritchard verzichten. Doch bereits zur Satzmitte nahm sie auf dem Pass den Wechsel vor und später kam auch Pritchard zurück aufs Feld. Glaronia hatte es erzwungen, dass Cheseaux mit der Stammsechs spielen musste. Doch der Satz ging an die Einheimischen, die wieder auf ein tolles Publikum zählen durften.


Starke Ersatzbank

Wenn zu Beginn die eine oder andere Reservespielerin der Gäste auf dem Feld war, so ist das immer relativ: Eine davon, die auch später wieder für die Topscorerin eingewechselt wurde, ist Ines Granvorka, früher Profi bei Voléro Zürich und Mitglied des Nationalteams. Ohnehin scheint es eine Stärke von Cheseaux zu sein, über ein breites Kader an guten Volleyballerinnen zu verfügen – da ist eindeutig die Handschrift von Doris Stierli zu erkennen.


Starke Glarner Mittespielerinnen

Miriam Reiser blühte richtig auf, wurde oft eingesetzt und zeigte tolle Aktionen über die Mitte. Auch die andere Mittelangreiferin, Lea Werfeli, hatte einen guten Tag: «Ich empfand das Spiel als sehr aufregend. Cheseaux’s Mittelblockerinnen sind athletisch und sehr präsent, was eine tolle Herausforderung war.» Doch Spiele werden nicht an der Netzmitte entschieden, so war es dann doch die Topscorerin der Gäste, die immer wieder Akzente setzte und viele Punkte buchte.


Doch keine Überraschung

Im Verlauf der Partie setzten sich die Gäste immer klarer durch, auch wenn Glaronias Passeuse Mariah Mandelbaum alles gab und aufopfernd kämpfte, und Ewelina Brzezińska in der Verteidigung Bälle erreichte, die normalerweise zu Boden gehen müssten. Anders als im Spiel gegen Toggenburg konnte Glaronia kaum auf Fehler der Gegnerinnen zählen. Cheseaux war nun das, was Glaronia in der NLB-Meisterschaft ist: abgeklärt, ballsicher, auf allen Positionen überlegen.


Enttäuschung unvermeidbar

Stellvertretend für ihr Team meinte Diagonalspielerin Ivana Bulajic: «Es war eine emotionale Achterbahn. Mit meinem Team zu spielen, machte riesig Spass und ich bin stolz auf das Erreichte. Ganz persönlich wollte ich eine Zeile in Glaronias Clubgeschichte hinzufügen und im Cup möglichst weit kommen. Leider hat dies heute nicht ganz geklappt und wir werden es nächstes Jahr wieder versuchen.» Dem ist nur beizufügen, dass die hervorragende Meisterschaft und das Erreichen des Cup-Viertelsfinals schon mehr als eine Zeile wert sind.



VBC Glaronia - BTV Aarau 3:2 (25:16, 25:16, 14:25, 21:25, 15:6) Halle: Kantonsschule Glarus - Zuschauer: 50 – Spieldauer: 101 Min. - Schiedsrichter: D. Tobler, C. Castro.

Glaronia: Mandelbaum, Lenzinger, Coluccello, Bulajic, Brzezińska, Werfeli, Reuther, Reiser, Cembranos, Schädler, Salvati, Zweifel. Coach: F. Brzeziński.

Aarau: Stäuble, Ammeter, Schibli, Petris, Kleiber, Bamert, Bögli, Schenker, Kneubühler, Riva, Schneider, Zoller. Coach. M. Cina.


Schweizer Cup ¼ Final:

VBC Glaronia NLB – VBC Cheseaux NLA 1:3 (25:22, 16:25, 16:25, 21:25) Halle: Kantonsschule Glarus - Zuschauer: 280 – Spieldauer: 78 Min. - Schiedsrichter: N. Hefti, D. Zindel.

Glaronia: Mandelbaum, Lenzinger, Coluccello, Bulajic, Brzezińska, Werfeli, Reuther, Reiser, Cembranos, Salvati, Zweifel. Coach: F. Brzeziński, K. Aebli.

Cheseaux: Oseghale, Freymond, Monge, Hanon, Pritchard, Hämmerli O., Novakovic, Granvorka, Kostadinova, Ferguson, Hämmerli M., Trezzini. Coach. D. Stierli Haemmerli, G. Mancini, M. Gloor.


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