Glaronia verliert Krimi gegen Bellinzona, nimmt aber einen Punkt mit
- sonjagazzoli
- vor 3 Tagen
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Nach drei Siegen in Folge holt sich Glaronia gegen Bellinzona einen weiteren Punkt, auch wenn man sich mehr erhofft hatte. Doch die Partie hielt, was sie versprach - Intensität, Länge und Dramatik entsprachen einem direkten Kampf um den zehnten Tabellenrang.
Starker Start in neuer Formation
Im ersten Satz setzte Glaronia die taktischen Vorgaben hervorragend um. Das Block-Abwehr-System funktionierte zuverlässig, und auch in schwierigen Phasen behielt das Team die Kontrolle. Die Startformation unterschied sich im Vergleich zum letzten Spiel: Auf der Position der zweiten Aussenangreiferin begann Nicole Kamer. Dies war jedoch kein Nachteil - im Gegenteil, sie erfüllte ihre Aufgabe selbstbewusst und stabilisierte die Frauschaft insbesondere in der Annahme.
Rotation hängt und Bellinzona kontert
Der zweite Umgang begann aus Sicht der Glarnerinnen überzeugend, was sich auch in der frühen Führung von 10:7 widerspiegelte. Diese hielt jedoch nicht lange an. Nach einem Time-out von Bellinzona kippte das Spielgeschehen, Glaronia blieb über mehrere Ballwechsel in derselben Rotation hängen. Wenn sich Chancen boten, kam es zu Servicefehlern. Auf einen gelungenen Side-out folgte erneut ein Aufschlagfehler. Die Gastgeberinnen fanden nicht mehr zu ihrem Rhythmus aus dem ersten Satz und ermöglichten Bellinzona, den zweiten Durchgang klar zu dominieren. Glaronia konnte lediglich noch das Satzergebnis etwas korrigieren.
Schoop bringt Schwung – Bellinzona bleibt hartnäckig
Das erste Drittel des dritten Satzes gehörte Bellinzona, das mit starkem Angriffsspiel und solider Feldverteidigung überzeugte. Mit der Einwechslung von Aussenangreiferin Soley Schoop - sie hatte Kamer bereits im zweiten Satz ersetzt und begann den dritten - schöpfte Glaronia neue Hoffnung. Ein druckvoller Service stabilisierte das Spiel und sorgte für mehr Ruhe auf Seiten der Gastgeberinnen. Nach sehenswerten Ballwechseln erspielte sich Glaronia eine 14:11-Führung. Konstante Aufschläge, kompakte Feldverteidigung, präzise Zuspiele und konsequente Angriffe prägten die zweite Hälfte des Satzes. Weder Time-outs noch Wechsel der Gegnerinnen konnten den Lauf stoppen. Auch Zuspielerin Chelsea Simmons trug sich in die Punkteliste ein, indem sie mit mutigen zweiten Bällen und cleveren Finten für Verwirrung in der Abwehr Bellinzonas sorgte. Glaronia entschied den dritten Satz für sich.
Bellinzona ist für seine Kampfbereitschaft bekannt - und diese zahlte sich vor allem im vierten Satz aus. Nach langen, kräfteraubenden Ballwechseln gelang es den Gästen zu punkten, während Glaronia trotz grossem Einsatz und dem Wissen um einen möglichen Vorsprung in der Tabelle nicht mehr ins Spiel zurückfand. Viele Eigenfehler, Ungenauigkeiten und fehlende Konsequenz im Abschluss prägten diesen Durchgang.
Der Tie-Break war von Beginn an eng und umkämpft. Glaronia erwischte keinen optimalen Start und hinkte den Tessinerinnen immer etwas hinterher. Müdigkeit kann kein entscheidender Faktor gewesen sein; schliesslich hatte Bellinzona bereits am Samstagabend ein Spiel ein Spiel absolviert. Für einmal war die Fehlerquote bei den Glarnerinnen, trotz einer wieder herausragenden Jana Šimanicová, einfach zu hoch.
Raiffeisen Volley Glaronia - Bellinzona Volley 2:3 (25:18, 20:25, 25:19, 17:25, 12:15). – Kantonsschule Glarus - 150 Zuschauer - Schiedsrichter: C. Schmid/M. Becker - Spieldauer: 136 Minuten.
Glaronia: Leskinovica, Ramadani, Šimanicová, Brand, Coluccello, Simmons, Bulajic, Kamer, Sherlock, Vogel, Schoop; Liberas: Krättli, Schifferle. Coach: E. Hösli
Bellinzona: Ambivieri, Vicari, Viscomi, Giacomazzi, Turconi, Jakupovic, Rinke, Salas Moreno, Marzolla, Biondini, Beqiraj; Liberas: Bissig, Dorigo. Coach: L. Lisanti

Bildlegende:
Zu oft auf sich allein gestellt: Aussenangreiferin Jana Šimanicová (5). (Foto Peter Aebli)



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