Glaronia hält gegen den Leader erst spät dagegen
- sonjagazzoli
- vor 7 Stunden
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In einem schwierigen Spiel gegen ein top Team, das auf NLA-Niveau spielt, waren die Glarner Volleyball lange Zeit chancenlos.
Improvisieren statt jammern
Ausgerechnet die Partie gegen den Tabellenführer stand für Glaronia schon vor dem Anpfiff unter einem ungünstigen Stern: Stammlibera Gina Krättli war noch nicht fit und Trainerin Evelyn Hösli entschied sich, auf sie zu verzichten. Sie wollte unbedingt vermeiden, dass die Bündnerin vor der entscheidenden Partie vom nächsten Wochenende ihr Team anstecken könnte. Und Jana Šimanicová zog sich im Abschlusstraining am Freitag eine Nasenverletzung zu - sie biss auf die Zähne, wechselte aber notgedrungen von der Aussenangreiferin zur Libera. Das war sinnbildlich für diesen Nachmittag: viel Umstellen, viel Reparieren.
Total misslungener Auftakt
Der Start missriet gründlich. Annahme und Angriff fanden kaum statt, Aarau servierte druckvoll und zog schnell davon. Geschickt mieden die Aargauerinnen beim Service die neue Libera Jana Šimanicová, konzentrierten sich vor allem auf Kristine Leskinovica, die mit dem Druck nicht umgehen konnte. Glaronia wurde durch die Wucht der Aargauer Aktionen richtiggehend eingeschüchtert, wirkte gehemmt und kassierte einen Satz, der mit 9:25 brutal deutlich ausfiel.
Hösli stellt radikal um - Bulajic neu auf Aussen
Trainerin Evelyn Hösli reagierte konsequent: Sie stellte die Formation einmal mehr total um und setzte Mitteblockerin Ivana Bulajic als Aussenangreiferin ein, inklusive Annahmeaufgaben, erstmals in einem Match unter Wettkampfdruck. Das schien die Einheimischen zu überraschen, denn die ersten Punkte gingen an die Glarnerinnen. Beim Stand von 0:4 musste Trainer Lippuner bereits sein erstes Timeout nehmen. Der Erfolg hielt aber nicht lang an; die Aargauerinnen löschten bald das Glarner Strohfeuer und holten sich auch den zweiten Satz.
Sherlock sammelt Minuten und lernt mit Druck umzugehen
Positiv aus Glarner Sicht: Der erste längere Einsatz der erst 14-jährigen Alana Sherlock. Sie beschrieb später, wie sie beim Einwechseln „so nervös“ war, dass Hösli ihr ein „Pokerface“ verordnete – damit die Gegnerinnen nichts merken. Und dann gleich die Feuertaufe am Service: Erst ein starker Aufschlag, bejubelt von der Bank, danach beim letzten Service ein Fehler „ins Out“ – ausgerechnet beim Matchball. Trotz Frust blieb vor allem das hängen, was Teams ausmacht: „Alle Spielerinnen unterstützten mich… es ist einfach ein super Team.“
Teams ziehen unterschiedliche Bilanz
Für den BTV Aarau war es ein gelungener Nachmittag: Die Hauptprobe für das Cuphalbfinale vom Sonntag gegen das NLA-Team VFM Biwi war voll geglückt. Die Glarnerinnen blicken mit gemischten Gefühlen auf den nächsten Samstag, an dem sie mit einem Sieg gegen Volley Luzern den Ligaerhalt vorzeitig sichern können: Gina Krättli wird wieder dabei sein, aber wird es reichen, wenn Šimanicová nicht im Aussenangriff spielt? Ohne sie fehlt es auf dieser Position an Konstanz.
Matchtelegramm
BTV Aarau – Raiffeisen Volley Glaronia 3:0 (25:9, 25:14, 25:21). – Berufsschule Aarau – Schiedsrichter: M. Jungen/F. Rosebrock – Spieldauer: 48 Minuten.
Aarau: Jacquay, Tortarolo, Loosli, Stäuble, Baumli, Schibli, Kuch, Petris, Böglï, Kadriu; Liberas: Zoller, Reinhard. Coach: T. Lippuner.
Glaronia: Leskinovica, Ramadani, Heer, Kololli, Brand, Coluccello, Simmons, Bulajic, Sherlock, Vogel, Schoop; Liberas: Šimanicová, Schifferle. Coach: E. Hösli

Bildlegende:
Alana Sherlock (14) lanciert Kristine Leskinovica (1) für einen Dreimeterangriff. (Foto Peter Aebli)



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